Archiv für August 2015

ein lob auf die holprigkeit

war heute im rock unterwegs und habe mir ungewohnt viele gedanken gemacht.
darüber, dass ich jetzt da wo ich mich geoutet habe so was wie ein trans-passing evtl. leisten muss.
darüber dass ich das nicht will, aber trotzdem überlege eine stunde lang durch die stadt zu eiern, um das zu gewährleisten.
weil ich will mir ja nix kaputt machen.

aber es soll ja gar nicht alles glatt gehen!
es soll ja grade manchmal rumpeln, sonst werden diese normen ja nie auf die probe gestellt.
wenn alle immer vorher wüssten wie sie reagieren müssten, das wäre ja ganz furchtbar.
dann wäre ja die freiheit gleich null.

also bleibt ja überhaupt nur übrig, die holprigkeit zu feiern, wo ich falle.
über ein wort, einen satz, eine pause im satz, einen blick oder eine geschlechterperformance.
der moment der beklommenheit, der passiert, wenn ich weiß, dass gleich ein bruch kommt.
das plötzliche grinsen auf dem eigenen gesicht, wenn der moment gegangen ist und ich nicht weiß, was jetzt kaputtgemacht oder gewachsen ist und ob überhaupt und das auch ok finde. toll!

ich würde eine ode an die holprigkeit schreiben, aber ich kapiere das versmaß von oden nicht.

und außerdem ist es ja auch ok zu wollen, dass momente funktionieren. dass sehen und gesehen werden einfach ist.
dass kontakt einfach ist, dass wir da rumeiern ohne gegenseitig grenzen zu verletzen.
ich will dann auch wieder nicht, dass da eine norm draus wird aus der holprigkeit.
das wäre ja auch wieder nicht gut.