„Es ging ja gar nicht um trans*!!!“ – Cissexismus 101, ein Versuch

Immer wieder (zuletzt in den Kommentaren eines Artikels, den ich hier nicht verlinken möchte, aber auch schon in Offline-Diskussionen) höre ich das Argument „Es geht/ging ja gar nicht um trans*!“, wenn Cissexismus kritisiert wird. Ich möchte hier kurz erklären, warum das ein Argument ist, das entschieden zu kurz greift. Es weist eher darauf hin, dass die es benutzende Person sich nochmal ernsthaft mit der Herstellung und Vervielfältigung gesellschaftlicher Normalität auseinandersetzen sollte. Dein Text, deine Tagung, dein Liebesbrief etc kann auch transfeindlich sein, wenn trans Menschen mit keinem einzigen Wort behandelt werden. Ebenso kann ich inklusiv sprechen, ohne trans Menschen auch nur ein einziges mal zu erwähnen. (Ein ähnliches Argument, das ich mal gehört habe, war: „Wenn ich Cissexismus thematisieren soll, muss ich ja trans Menschen sozusagen vorführen, und das möchte ich nicht.“)

Aber was ist eigentlich Cissexismus?

„Cissexistisch“ oder „ciszentrisch“ bezeichnet Inhalte oder Bilder, die trans Menschen ausschließen oder diskriminieren, weil davon ausgegangen wird, dass cis (= nicht trans) sein der einzig gültige geschlechtliche Zustand ist. Ein alltägliches Beispiel dafür ist ein Artikel über menstruierende Menschen, der nur von Frauen redet. Einerseits werden dadurch menstruierende Menschen ausgeblendet, die keine Frauen sind. Mehr noch: sie werden gegen ihren Willen wieder in die Kategorie „Frau“ eingemeindet, der sie oft verzweifelt versuchen zu entkommen. Andererseits werden dadurch alle Frauen ausgemeindet, die nicht menstruieren. Es wird – zusammenfassend – davon ausgegangen, dass alle Menschen cis sind bzw. bestimmten Körpernormen entsprechen.

Diese Denkweise ist leider die Normalität. Und sie führt zu großen Problemen für trans Menschen, die von Ausschlüssen aus feministischen Räumen und aus Hilfsangeboten bis hin zu schlimmem Unwohlsein im eigenen Körper führt. Außerdem ist sie biologistisch, da sie Geschlecht unmittelbar an den Körper koppelt. Ich würde behaupten, dass sie dadurch auch für cis Menschen, die nicht der Norm entsprechen zu Problemen führt. Zu viel Testosteron? Das ist krankhaft(tm), denn du bist ja eine Frau! Und flugs hat ne Person, die vorher überhaupt keinen Leidensdruck hatte, sowohl eine Diagnose als auch ein Medikament an der Backe. So gibt es viele Körperlichkeiten, die nur deswegen als krankhaft gelten, weil „gesund“ so ein einengender und normierter Begriff ist. Dabei wird die Zweigeschlechternorm teilweise auch gewaltvoll und unkonsensuell künstlich hergestellt (so viel zu Natürlichkeit).

Wie sollen wir das denn sonst machen mit den Geschlechtern?

Eine andere Herangehensweise wäre die Vorstellung, das Geschlecht eines Körpers würde durch das Geschlecht seine_r Inhaber_in bestimmt. Also: Frauen haben Frauenkörper, Männer Männerkörper, Genderqueers genderqueere Körper etc. Also: mein linkes Bein ist automatisch nichtbinär, weil ich es bin. Ebenso meine Brüste, meine Augenbrauen etc. Diese Vorstellung hat in meinen Augen den Vorteil, Körper nicht unnötig zu gendern, was oft schon in den gängigen Mainstream-Artikeln irreführend ist. Wie gesagt, Körper sind vielfältig, auch Körper von cis Menschen. Und manche Vorstellungen, wie z.B. dass nur Männer sogenannte „männliche Hormone“ wie Testosteron im Körper haben, sind einfach falsch.

Außerdem wirkt diese Herangehensweise gegen die Vorstellung an, die Geschlechtlichkeit von trans Menschen sei künstlicher als die von cis Menschen. Dabei wird auch die Geschlechtlichkeit von cis Menschen in einer bestimmten Phase des Heranwachsens sozial hergestellt. Trotzdem dürfen sie ihr Geschlecht „biologisch“ nennen, trans Menschen werden jedoch dafür komisch angeguckt. Dabei sind sie doch auch biologisch, verfügen über einen Körper und dieser bestimmt auch ihre Wahrnehmung von sich als geschlechtlichem Wesen mit. Wir sind nicht irgendwelche Aliens, die in einer Energieblase auf die Erde prallten und dabei versehentlich in „den falschen Körper“ gerieten. Dass viele trans Menschen trotzdem medizinische Behandlung benötigen, weil sie mit ihrem Körper so wie er ist nicht gut leben können, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Über Körperlichkeiten könnten wir trotzdem noch reden. Wir würden halt z.B. in einem Artikel über Menstassen nicht mehr Frauen adressieren, sondern menstruierende Menschen. Auch über Verschränkungen von Körperlichkeit und (Vorstellungen über) Geschlecht könnte weiterhin gesprochen werden. Es würde aber dabei nicht (zwangsläufig) die Norm reproduziert.

Zu guter Letzt rückt diese Vorstellung Selbstbestimmung in den Vordergrund. Frauen müssen nicht mehr beweisen, dass sie wirklich Frauen sind, sondern können es einfach sein. Egal ob sie jetzt cis oder trans sind, kurze oder lange Haare haben, viel oder wenig Bartwuchs im Gesicht und egal ob sie eher Hosen oder Röcke tragen. Sie macht Schluss mit der Idee, irgendwelche „Expert_innen“ (bzw. meist cis-männliche weiße ExpertEN) könnten Menschen Geschlechter zuordnen.

Befremdung und Verwirrung

Im ersten Moment wirkt sie trotzdem auf viele Menschen beängstigend und verwirrend. Huch, das kenne ich aber anders, denken viele. Was darf ich jetzt überhaupt noch sagen? Ist dies oder jenes jetzt noch benennbar? Das ist verständlich, denn Normen engen nicht nur ein, sondern geben auch Orientierung. Grade wenn ich selbst nicht das Problem habe, zu den Abweichler_innen zu gehören, wird mir vielleicht etwas genommen. Nämlich das Gefühl, normal und damit irgendwie auch okay zu sein.

Außerdem ist Vergeschlechtlichung von Körpern ein heikles Thema. Über vieles wird nicht offen geredet, es wollen aber alle schon Bescheid wissen, um nicht naiv zu erscheinen. Viele Freiräume fühlen sich zunächst seltsam an. Die Infragestellung des Selbstverständlichen hinterlässt viele Leerstellen. Viele versuchen auch schon, diese zu füllen. Beispielsweise, in dem sie Broschüren über Safer Sex verfassen, in denen Körper nicht gegendert werden.

Die Befremdung und Verwirrung, die entsteht, wenn Menschen klar wird, dass Geschlecht und das, was sie darüber gelernt haben nicht übereinstimmen müssen, kann aber auch produktiv genutzt werden. Zum Beispiel, indem entlarvt wird, welchem Zweck die Zwangszuteilung zu zwei Geschlechtern eigentlich dient: Staatlicher, patriarchaler Biopolitik und Aufrechterhaltung repressiver Geschlechternormen.

Letztlich wäre die Frage nicht: „Was darf ich…“ sondern „Was will ich eigentlich sagen? Wen meine ich mit dem, was ich sagen will? Warum will ich das Geschlecht eines Menschen wissen / zuordnen?“

Reaktionäre Gegenwehr

Viele gestandene Feministinnen allerdings verwandeln sich Angesichts dieser Herausforderung in Reaktionärinnen, die bei diesem Thema schulterklopfend mit den schlimmsten evangelikalen Abtreibungsgegner_innen am Tisch sitzen und sich gegenseitig in ihrem Hass befeuern könnten. Einige flüchten sich dabei in die Vorstellung, man könnte soziales und körperliches Geschlecht säuberlich trennen und ersteres verwerfen. Diese Idee ist in meinen Augen naiv, da Menschen Kurlturwesen sind und kulturelle Zuschreibungen schon im Kindesalter in sich aufsaugen. Es gibt ein Alter, in dem Kinder „Geschlecht lernen“ und dazu gehört auch, welche Körperteile angeblich zu welchem Geschlecht gehören. Der unverstellte Blick, von dem cissexistische Feministinnen träumen, wenn sie soziales Geschlecht wie eine Brille herunterreißen wollen, ist so gar nicht möglich, denn die Brille ist Teil ihres Seins. Auch das was sie sich vorstellen, d.h. die zuodnung von Geschlecht an Körperteile, ist sozial hergestellt und würde wieder Gender hervorbringen, keinen „natürlichen“ Zustand, auch wenn sie sich das noch so feste einreden. Und es gäbe immer noch trans Menschen, nur hätten die es vielleicht noch ein bisschen schwerer.

Das ist aber nicht so schlimm, wie sie es sich vielleicht vorstellen. Denn oft verwechselt dieser Typ Feministin auch Geschlecht und Geschlechterrollen. Sie gehen davon aus, dass soziales Geschlecht deckungsgleich ist mit diskriminierenden und naturalisierenden Vorstellungen von Geschlecht. Außerdem tun sie so, als wärem cis Frauen diejenigen, die an Geschlechterrollen leiden, während trans Menschen geradezu versessen davon seien. Als ob eine trans Dyke mit kurzen Haaren, die Fußball spielt und Automechanikerin ist nicht als erste protestieren würde (und leider auch als erste darum kämpfen müsste, dass andere Menschen ihr Geschlecht anerkennen). Diese Art von Wahrnehmungsverzerrung schadet vor allem trans Frauen. Warum eine Politik, die vor allem Frauen schadet, sich dann wieder feministisch nennt, ist eine gute Frage.

Natürlich sind TERFs (Trans Excluding Radical_Reactionary Feminists) um keine Antwort verlegen und beantworten sie so, dass cis Frauen nämlich durch trans Menschen unterdrückt werden.

Erstens schreiben trans Menschen ihnen vor, wie sie welche Körperteile zu lesen haben. Der Haken an diesem Argument ist die Ausblendung der Machtverhältnisse. Beziehungsweise genauer gesagt, die Nutzung und Verkehrung bestehender Machtverhältnisse. Wenn cis Feministinnen behaupten, dass trans Menschen „in Wirklichkeit“ ihr „biologisches Geschlecht“ seien, sagen sie im Grunde nur das, was schon dutzende „Expert_innen“ vor ihnen gesagt haben. Was hier eigentlich bekämpft wird, ist ein Verlust von Privilegien. Die Mittel, die sie dazu nutzen, sind völlig analog zu denen des cis-patriarchalen Mainstreams: Schwingen wir uns mal zu Expert_innen auf, vermessen den Körper einer anderen Person, weisen ein Geschlecht zu und vermitteln ihr, dass sie selbst weder das nötige Wissen noch Selbstbestimmungsrecht hat. Während sich besagte cis patriarchale Gesellschaft inzwischen dazu durchgerungen hat, trans Menschen unter gewissen Umständen anzuerkennen (wenn auch nicht unbedingt ihre vielfältigen Körper), sind TERFs da ungerührt: Unter keinen Umständen kann für sie die Geschlechtergrenze überschritten werden. Hoffen wir, dass der Dämon „Transgenderismus“ sie in die Tiefe reißen wird. Denn häufig gehen ihnen wie ihren fundamentalchristlichen Betgeschwistern Menschenrechte (geschlechtliche Selbstbestimmung, Zugang zu medizinischer Behandlung, Schutz vor Diskriminierung etc) am Arsch vorbei. Und das alles, um eine Normalität zu erhalten, die ihrer Wahrnehmung entspricht.

Was sexuelle Vorlieben angeht: TERFs sind (in meiner Wahrnehmung) geradezu ekelhaft übergriffig versessen auf die Intimkonfigurationen anderer Menschen. Langatmig führen sie aus, wie schlimm das wäre, wenn sie mit jemandem im Bett landeten und dieser mensch dann plötzlich ganz andere Körperteile hätte, als sie erwarteten. Sie imaginieren gar, diskriminiert zu werden, weil sie diesbezüglich bestimmte Vorlieben haben. Selbstverständlich will ihnen niemand vorschreiben, auf welche Genitalien sie stehen sollen. Jedoch riskieren sie Missverständnisse, wenn sie sagen, sie stünden auf bestimmte Geschlechter und damit Intimkonfigurationen meinen. Wenn sie Missverständnisse und Diskriminierung vermeiden wollen, sollten sie sich verständlicher ausdrücken. Allerdings ist es wohl auch verständlich, wenn nicht jede_r Fremde an der Biertheke diesbezüglich Auskunft geben möchte. Ich renne ja auch nicht rum und frage irgendwelche Leute, wie sie ihr Schamhaar frisieren. Your Body, your choice and none of my business, bis ein gegenseitiges Interesse besteht.

Ehrlich gesagt erinnern mich diese Argumente von TERFs an cis Typen, die im Feuileton laut darüber rumheulen, dass strengere Gesetzgebung zu Vergewaltigungen eine so große Gefahr für Männer sei. Allerdings, so weit hergeholt ist dieser Vergleich leider gar nicht. TERFs verbünden sich manchmal tatsächlich mit Männerrechtlern, wenn es um den Ausschluss von trans Frauen geht.

Zweitens behaupten sie, dass trans Frauen Männer seien, die sich als Frauen ausgeben, um Frauenräume zu unterwandern. Dies ist eine übelst diskriminierende Unterstellung, wie sich aus dem vorangegangenen Text ergeben sollte. Nicht nur werden hier mal wieder bestehende Machtverhältnisse verkehrt und genutzt, sondern es wird auch ignoriert, welch oft heikler und schmerzhafter Prozess ein Coming Out gerade für trans Weiblichkeiten ist. Gerade denjenigen, die es am nötigsten brauchen, wird Unterstützung und Solidarität verweigert. Während hingegen trans Männlichkeiten in eine übergriffige Umarmung geschlossen werden: Schließlich seien sie doch auch Frauen. Nein danke, bin ich nicht. Ich habe zwar andere Gründe, aus denen ich gerne in FLTI*-Räumen mitgedacht und eingeladen werden möchte, aber das hier ist keiner davon. Außerdem ist es ziemlich scheiße, zu versuchen, trans Menschen auf diese Art und Weise (Verweigerung bzw. Gewährung von Privilegien) gegeneinander auszuspielen.

Discuss!

Ich freu mich wie immer über Kommentare, vor allem über Nachfragen, konstruktive Kritik, Ergänzungen und Links zum Thema. Ich lerne gerne dazu und weiß, dass ich vieles auch nicht weiß. Außerdem habe ich nun z.B. viel über trans Weiblichkeiten geschrieben, bin jedoch selbst trans männlich (uh, darüber müsste ich nochmal nen eigenen Blogtext schreiben). Ich habe mich hier bemüht, diejenigen zu zentrieren, die die meiste Aggression im Cistem abbekommen und hoffe, das ist ok so. Die Probleme von intergeschlechtlichen Menschen in der forcierten Zweigeschlechtlichkeit habe ich jedoch größtenteils beiseite gelassen, weil ich Angst hatte, eventuell vereinnahmend rüber zu kommen. Das ist eventuell alles suboptimal und ich mag megagerne Meinungen hören, wie ich das in Zukunft besser machen kann.

Jedoch werde ich keine Kommentare freischalten, die nicht an Verstehen interessiert sind sondern einzig und allein darauf abzielen, mir oder anderen das Geschlecht abzusprechen. Bzw. behalte mir vor, diese Kommentare gekürzt (zur Veranschaulichung von Cissexismus und TERF-Logiken) zu veröffentlichen. Und kommt mir jetzt nicht mit „Meinungsfreiheit!!!“. Für transfeindliche Meinungen ist gewiss genug Platz im Internet, da braucht ihr mein kleines Blog nicht.

Andere Texte zum Thema (auf deutsch):
Hilfe, ich diskriminiere!“ von Ash zum Thema (Wie vermeide ich) Transfeindlichkeit
Casual Reminder: Cissexismus ist immer uncool auf tea-rrific

Andere Texte zum Thema (auf englisch):
Whipping Girl: A Transsexual Woman on Sexism and the Scapegoating of Femininity und Excluded: Making Feminist and Queer Movements more Inclusive von Julia Serano


2 Antworten auf „„Es ging ja gar nicht um trans*!!!“ – Cissexismus 101, ein Versuch“


  1. 1 Natanji 07. September 2016 um 18:58 Uhr

    Danke! Ganz wichtig finde ich noch das Addendum, dass TERFs ebenfalls sich herbeidiskutieren, dass trans Frauen angeblich für sich beanspruchen, man müsse mit ihnen Sex haben, wenn man auf Frauen steht (z.B. als Lesbe). An dieser Stelle verstehen sie das obige von dir genannte Argument absichtlich falsch, um sich als Opfer in Szene zu setzen: wenn ich sage „ich stehe auf Frauen“ und nicht „cis“ dazu sage, dann habe ich eben keinen Anspruch darauf, dass trans Frauen sich nicht auch mitgemeint fühlen. Und auch „Lesbe“ bezeichnet eben keinesfalls nur Personen, die auf bestimmte Körperteile stehen: auch hier ist das wieder eine Vereinnahmung der Definitionsmacht über Begriffe, die nicht einmal von allen cis Lesben so geteilt werden.

    Ich sehe jedenfalls keine trans Frauen ernsthaft behaupten, irgendwer müsse mit ihnen Sex haben. Es ist auch unfassbar albern, das so zu denken: selbst wenn ich feststelle „wenn du dich als Lesbe definierst, sehe ich erstmal nicht, dass du damit trans Frauen ausschließt“, heißt das ja nicht, dass du unbedingt mit jeder einzelnen von ihnen in die Kiste musst. Genausowenig wie „Lesbe“ sein wenn man nur an Begehren von cis Frauen denkt bedeutet, dass eine mit *jeder* (!) cis Frau Sex haben will oder gar muss.

    tl;dr TERFs haben echt ne krasse Realitätsverzerrungsblase.

  2. 2 chirlu 09. September 2016 um 12:53 Uhr

    Hallo und Danke ;-)

    immer wieder bemerkenswert finde ich auch die Hartnäckigkeit, mit der oft von „Frauenräumen“ gesprochen wird wenn cisFrauenräume gemeint sind. Da Frage ich mich dann: Warum? Macht der Gewohnheit? Privilegienerhalt und -Benennungsabwehr? Nicht ebenso markiert werden wollen? Sich am Ende über Nicht-Respektieren von „Frauenräumen“ beschweren und das als moralisches Argument für die Individualisierung und Leugnung unerwünschter Realitäten benutzen wollen? Oder doch einfach nicht verstanden haben, warum die Gleichsetzung von „Frauen“ mit cisFrauen von vielen abgelehnt wird?

    Apropos Benennung: ich finde die Bezeichnung „TERF“ nicht wirklich überzeugend – auch weil ich ein anderes Verständnis von Radikalität (im Denken) habe. Außerdem geht mir die Verwendung des Begriff zu sehr in Richtung Personen bewerten und kategorisieren statt Handlungen und Strukturen zu benennen und zu kritisieren. Letztendlich schreibt die Bezeichnung von Personen als „TERF“ in meinen Augen mehr fest als dadurch positive Veränderungen ermöglicht werden. Daher vermeide ich diese Abkürzung – auch wenn mich manchmal das Bedürfnis packt, zurückzudefinieren.

    Viele Grüße von chirlu

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